M ulatschak English

Über das Spiel

Mulatschak ist ein Stichspiel für zwei bis fünf Personen aus dem Salzburger Raum. Es ist auch als Murln, Murlen und Fuchzenawa bekannt — „Fünfzehn abwärts“. Der Name beschreibt das Ziel: Alle starten bei 15 Punkten und zählen hinunter; wer zuerst 0 erreicht, gewinnt.

Der Trailer: gut eine halbe Minute Mulatschak.

Woher der Name kommt

Der Name kommt aus dem Ungarischen: mulatság bedeutet Unterhaltung oder Vergnügen. Daraus entstand auch das österreichische „Mulatschag“ für eine ausgiebige Feier — ein passender Name für einen langen Kartenabend.

Zur Rams-Familie

Mulatschak gehört zur Rams-Familie. Wer das eigene Blatt für zu schwach hält, darf eine Runde aussetzen. Das kostet einen Punkt und kann günstiger sein, als mitzuspielen und keinen einzigen Stich zu machen. Diese Entscheidung ist ein wichtiger Teil der Taktik.

Das Blatt

Gespielt wird mit dem doppeldeutschen Blatt (Tell-Bild): Eichel, Laub, Herz, Schelle, mit Sau, König, Ober und Unter statt Ass, König, Dame, Bube. Die Figuren sind kein Zufall — es sind Personen aus Schillers Wilhelm Tell. Die ersten dieser Karten machte József Schneider in Pest um 1837; die Tell-Motive waren ein Weg, ungarische Freiheitssymbolik an der Zensur vorbeizubringen, weil ein Schweizer Freiheitsheld auf einer Spielkarte unverdächtig war.

Schellen — im französischen Blatt: Karo

Ober: Stüssi d. Flurschütz · Unter: Itell Reding

Eichel — im französischen Blatt: Treff

Ober: Wilhelm Tell · Unter: Rudolf d. Harras

Herz — im französischen Blatt: Herz

Ober: Hermann Geszler · Unter: Kuoni d. Hirt

Laub — im französischen Blatt: Pik

Ober: Ulrich v. Rudenz · Unter: Walter Fürst

Tippe ein Zeichen an: die vier Farben, wie sie im französischen Blatt heißen, und wer auf der Karte steht.

Der Weli

Der Weli ist die Schellen-Sechs und in jeder Runde Trumpf, direkt unter der Trumpf-Sau (im französischen Blatt: dem Trumpf-Ass). Er ist zuerst in den frühen 1850er-Jahren belegt, als ein Bozner Kartenmacher „WELLI“ auf die Schellen-Sechs schrieb; ab 1855 gehört er zum Salzburger Bild. Das 36-Blatt, mit dem hier gespielt wird, hat deshalb bei Schellen nur acht Karten: die Sechs fehlt nicht, sie heißt Weli. Verbreitet ist auch die Fassung ohne die übrigen Sechser — 33 Karten — und die steht in den Einstellungen zur Wahl.

Mit 36 Blatt ist jede Farbe von der Sechs bis zur Sau da — nur bei Schellen fehlt die Sechs, denn die ist der Weli.

Mit 33 Blatt fliegen die übrigen Sechser hinaus. Der Weli bleibt: er war nie eine gewöhnliche Sechs.

Wie es hier gespielt wird

Mulatschak kennt viele regionale Varianten. Die App verwendet eine verbreitete Fassung: Ansagen, Trumpf wählen, Karten tauschen und anschließend fünf Stiche mit Farb-, Trumpf- und Stichzwang. Hausregeln wie Verdopplungen, Aussetzen, Endspurt und Blattgröße lassen sich in den Einstellungen anpassen. Bei fünf Personen setzt der Geber aus. Die vollständigen Regeln findest du unter „Spielregeln“.

Zu den Karten in dieser App

Die Kartenbilder sind eigene Zeichnungen. Zeichen und Figuren des doppeldeutschen Blatts sind jahrhundertealtes Kulturgut, die Entwürfe heutiger Hersteller sind es nicht. Deshalb wurde nichts gescannt oder von einem heutigen Blatt abgezeichnet. Wer lieber internationale Karten verwendet, kann in den Einstellungen auf das französische Blatt wechseln.

Quellen

Bei widersprüchlichen Angaben folgt diese Seite der besser belegten Quelle. Korrekturen mit Quellenangabe bitte an mulatschak (ät) metzner.uk.